Campus.Schweina

Seit April 2018 gibt es in Schweina das Veranstaltungsformat Campus.Schweina. Hervorgegangen ist die Campus-Idee aus einer deutschlandweiten Winterschool von Studierenden, die unter anderem in Bad Liebenstein stattfand. Auf der Suche nach einem theoretisch möglichen Standort für einen Landcampus wurden die Studierenden in Schweina fündig. Mittlerweile treffen sich mehrmals im Jahr Bürgerinnen und Bürger des Ortsteils, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Akteure. Gemeinsam suchen sie Lösungen, sammeln Ideen und entwickeln Konzepte für die Ortskernentwicklung in Schweina. Jede Campus-Veranstaltung ist themenbezogen, das heißt, ein bestimmtes Projekt, Vorhaben oder Problem steht auf der Agenda. Fast immer begleiten Fachexperten, Wissenschaftler, erfahrene und auch angehende Stadt- und Raumplaner die Veranstaltung.

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Juni 2019: Das BioBad Glücksbrunn

Der 10. Campus.Schweina stellte das Thema Biobad Glücksbrunn in den Mittelpunkt. 2016 musste das Naturbad aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Nun steht nach langem Ringen um Fördergelder und umfangreichen Umbaumaßnahmen die Wiedereröffnung als BioBad Glücksbrunn kurz bevor. Aktuell liegen alle Bauarbeiten im Plan, sodass die Stadt weiterhin an dem Ziel festhält, den Badebetrieb zu Ferienbeginn wieder aufzunehmen.
Die Stadt hat den Fachplaner Tim Köhler zum Campus.Schweina eingeladen. Er stellte das Vorher und Nachher, die Änderungen und den aktuellen Stand der Bauarbeiten öffentlich vor. Außerdem ging es auch um die besonderen Anforderungen, die das Bad mit Pflanzenfilter an alle stellt.

April 2019: Neue Ideen für Thüringens älteste Schauhöhle

Der 9. Campus.Schweina stellte das Thema Altensteiner Höhle in den Mittelpunkt. Seit dem Jahr 1800 ist sie öffentlich zugänglich und gilt darum als älteste Schauhöhle Thüringens. Die Stadt Bad Liebenstein beabsichtigt, dieses Kultur- und Naturdenkmal aufzuwerten und zeitgemäß touristisch zu vermarkten. Unter anderem nehmen dann audiovisuelle 3D-Projektionen die Besucher mit auf eine Reise durch Raum und Zeitalter und bieten ein einmaliges Höhlenerlebnis. Aktuell wird der Umbau geplant, der 2020 stattfinden soll.
Die Stadt hat die Fachplaner Dr. Daniel Rimbach und Michaell Keilhold zum Campus.Schweina eingeladen. Beide stellten den aktuellen Stand der Planungen öffentlich vor. Im Anschluss daran entspann sich eine rege Diskussion zu Detailfragen, aber auch zu Fragen der Außengestaltung und Gastronomie.

März 2019: Zum AufsLandSemester nach Schweina

Im März 2018 besuchten zahlreiche Studierende aus ganz Deutschland im Rahmen einer sogenannten Winterschool Bad Liebenstein. Der Grund: herauszufinden, ob hier ein Hochschulstandort etablierbar wäre. Und sie wurden fündig: auf dem ehemaligen Gelände von Pfeifen & Holz in Schweina. Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellten sie abschließend öffentlich in Erfurt vor. Das Ende der Winterschool war der Anfang eines Folgeprojektes: 12 Masterstudierende der FH Erfurt beschäftigten sich im letzten Wintersemester intensiv mit der Weiterentwicklung der Landcampusidee. Die Ergebnisse stellten sie nun vor.

Worum es geht
Wissenschaftler werden in großen Städten ausgebildet. Das gilt auch für die Stadt- und Raumplaner. Wie sollen aber – so die Frage – Raumplaner den ländlichen Raum entwickeln, wenn sie seine Eigenarten, Probleme und Bedürfnisse nicht aus der Nähe und eigenen Erfahrung kennen? Vor Ort forschen, sich mit den lokalen Akteuren vernetzen, Wissenschaft und ländliche Praxis miteinander verknüpfen: Das müssen die Leitlinien sein, wenn es um die Entwicklung des ländlichen Raumes geht. Profitieren würden davon alle: die Probleme des ländlichen Raumes können besser erkannt und wahrgenommen werden, Studierende erweitern ihren Erfahrungshorizont, Bürger können an Projekten teilnehmen und die Ortsentwicklung mitgestalten und die Infrastruktur verbessert sich.

Warum ein StadtLandCampus in Schweina?
Anhand eines Kriterienkatalogs überlegten die Studierenden, welche Orte für einen Landcampus in Frage kämen. Folgende Bedingungen galt es zu erfüllen: Ländlicher Raum, OT einer Kleinstadt, Erreichbarkeit mit dem ÖPNV, mind. 200 Einwohner, bestehendes Engagement von Verwaltung und Bürgern, kulturelle und soziale Infrastruktur, Internetverfügbarkeit und ein geeigneter Campusstandort. Herauskristallisiert haben sich 3 Orte, die Entscheidung fiel am Ende auf Schweina, weil es hier ein recht aktuelles Stadtentwicklungskonzept und einen aktuellen Rahmenplan gibt. Zudem hat Schweina eine historisch und kulturelle Prägung, die gut zu diesem Pionierprojekt passt. Das Areal von „Pfeifen & Holz“ wäre ein geeigneter Standort mit enormen Potenzial, weil es in der Ortsmitte und eine interessante Architektur hat. Nicht zuletzt sprach der hohe Handlungsbedarf in der Ortsentwicklung für Schweina – was negativ klingt, ist für Stadt- und Raumplaner ein positives Argument, hier gibt es etwas für sie zu tun.

Vom AufsLandSemester zum Studiengang
Wie soll so ein Studium in Schweina aussehen? Der Projektplan, den die Studierenden vorstellten, sieht eine schrittweise Umsetzung vor und reicht bis 2025. Nach zahlreichen Vorarbeiten, rechtlichen und finanziellen Klärungen könnte 2021 das erste sogenannte „AufsLandSemester“ starten: Mehrere Monate lang sammeln Studierende vor Ort Praxiserfahrung, erhalten inhaltlichen Input von Dozenten und bearbeiten konkrete Projekte mit den Schweinaern. Die AufsLandsemester werden ausgewertet und daraufhin ein richtiger Studiengang entwickelt, der 2 Jahre dauert. Wenn der etabliert ist, können andere Fachrichtungen hinzukommen: Denkbar sind Ausbildungen von Medizinern, Forstwissenschaftlern, Landschaftsarchitekten, Bergbauingenieuren usw.

Alles graue Theorie?
Vorgestellt haben die Studierenden der FH Erfurt ein Konzept, dessen Verwirklichung von vielen Faktoren abhängt. Doch Bad Liebensteins Sanierungsberater, Dr. Uwe Wilke, blickte in der anschließenden Diskussion optimistisch in die Zukunft. Ganz so grau sei die Theorie gar nicht: Wenn es der Stadt gelinge, das Areal Pfeifen & Holz in ihr Eigentum zu bringen (und die Chancen stehen gut), dann könne sie das Projekt wesentlich befördern. Eine wichtige Aufgabe bleibe freilich die Investorensuche. Der vorgestellte Zeitplan bis 2025 sei keineswegs so lang, wie es auf den ersten Blick scheine. Die Frage, was Schweina tun und bieten müsse, um Studierende für ein AufsLandsemester zu motivieren, lehnten die Studierenden und ihre Dozentin Dr. Kerstin Schenkel, ab: Es ginge ja darum, zu lernen, wo die Eigenarten des „Landlebens“ liegen. Hier sei eben nicht alles bequem an der nächsten Straßenecke verfügbar. Wenn man etwas erreichen wolle, müsse man selbst anpacken. „Das Land ist nichts für Faule“ ergänzte Frau Antje Rimbach und betonte, dass der ländliche Raum nicht schlecht sei, sondern sein Ruf, den ihm die Städter geben. Ein Schlusswort, dem alle Anwesenden zustimmten.

Dezember 2018: Rahmenpläne vorgestellt

Zum 7. Campus.Schweina informierten sich die Schweinaerinnen und Schweinaer über die grundlegende Frage, wie sich das Dorf weiterentwickeln soll. „Städtebaulicher Rahmenplan“ nennt sich die Leitplanke, die in den nächsten Jahren eine wichtige Orientierung für die bauliche Entwicklung und Gestaltung des Ortes bilden soll. Dafür hat Dr. Uwe Wilke, der Sanierungsberater der Stadt Bad Liebenstein, ein Jahr lang Schweinas Gebäude, Straßen, Wege und Plätze aufgenommen und auf ihren Nutzungs- und Sanierungszustand hin überprüft. Schweinas Potenziale und Mängel wurden analysiert und Handlungsschwerpunkte herausgearbeitet. Der daraus entstandene Plan ist ein Arbeitsinstrument für die weitere Entwicklung und unabdingbare Voraussetzung, damit Fördergelder fließen können. Knapp sieben Millionen Euro müssen demzufolge in den nächsten 10 Jahren in Schweina investiert werden, die zu 75% über Fördermittel finanziert werden können. Vier Schwerpunkte gibt es laut Sanierungsberater in Schweina: die ehemaligen Betriebe Kammgarnspinnerei und Pfeifen & Holz, die Altensteiner Straße sowie die Schweinabach-Aue.

Oktober 2018: Schweinas Naturschatz

Schweinaer Grund und Windsberg sind nur zwei Schlagworte, die die Einwohner der Gesamtgemeinde mit Naturidylle und -erlebnis verbinden. Welch einzigartiger, schützens- und pflegebedürftiger Naturschatz vor unserer Haustür liegt, darüber hat Dr. Eike Biedermann in einem eindrucksvollen Bildervortrag zum Oktobercampus berichtet. Der Schweinaer Grund ist sogar Namensgeber eines besonderen Schutzgebietes „Schweinaer Grund – Zechsteingürtel um Bad Liebenstein“: 2.100 Hektar ist es groß, zu 75 Prozent bewaldet und verfügt über eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Zahlreiche, hier vorkommende Pflanzen und Tiere sind selten und gefährdet. Frauenschuh und Arnika, Trollblumen und Feuerlilien, Hirschkäfer und Kammmolch, Zauneidechse und Kreuzkröte, Fledermausquartiere von europäischer Bedeutung: sie und viele mehr finden in diesem Gebiet ein zu Hause.
Um diese Vielfalt zu erhalten, reicht es nicht, die Natur sich selbst zu überlassen, nur Pflege und Erhaltung sorgt für „blühende Landschaften“. Dies gilt für Wiesen, aber auch für Bachtäler wie den Schweinagrund. Seit mehr als 20 Jahren engagieren sich ehrenamtliche Helfer vom Naturschutzzentrum „Alte Warth“ aus um die vielfältigen Aufgaben der Biotoppflege. Mittlerweile ist das Zentrum sogar eine Natura 2000-Station. Doch die wenigen und älter gewordenen Ehrenamtlichen brauchen Unterstützung der Jüngeren. Aufgaben gibt es viele: „Der Schweinagrund hat gelitten, die Bachtäler wachsen zu“, so Biedermann, gleiches gelte für die Heinzenstraße, einstige Allee in den Altensteiner Park mit wohldurchdachten Sichtachsen, im unteren Bereich gehe der Ausblick in die Landschaft verloren.
So entspann sich eine Diskussion über das Spannungsverhältnis von Ökologie und Wirtschaft, über den Zusammenhang von Ökologie und Ortsentwicklung, über Engagement und Ehrenamt. Dabei entstand der Konsens, dass Natur und Kultur ein Kapital sei, zu dem jeder von uns seinen Scherflein dazugeben müsse, nicht für uns selbst, sondern für die Zukunft unserer Kinder und Enkel.

September 2018: Der Blick angehender Stadt- und Raumplaner auf Schweina

Oliver Schröder und Martin Hering, angehende Stadt- und Raumplaner von der Fachhochschule Erfurt, haben einige Monate lang den Campus.Schweina begleitet und den Ort und seine Entwicklungsmöglichkeiten zum Gegenstand ihrer Bachelorarbeit gemacht. Deren Ergebnisse präsentierten sie zum September-Campus.

Nach einem Blick in die jüngere Vergangenheit und auf bisherige Entwicklungshemmnisse legten sie den Fokus auf die Gegenwart und Zukunft Schweinas. Sie bescheinigten dem Ort teilweise eine sehr gute Grundversorgung und viele gute Initiativen. Erwähnung fanden unter anderem das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, die Kinder- und Jugendkunstschule als Kreativstandort, die wachgeküsste „Krone“ und das Hochwasserschutzkonzept. Nicht schönreden müsse man hingegen den Sanierungsstau und Leerstand, den Zustand der Verkehrswege und die fehlenden öffentlichen Grünräume – Faktoren, die wichtig für eine Ortsmitte sind, in der man gerne leben und wohnen möchte.
Um attraktives Wohnen in Schweinas Zentrum ging es dann auch im zweiten Teil. Für ihre Vision haben sich Schröder und Hering das Gelände der Kammgarnspinnerei herausgesucht. Sie empfahlen, die architektonischen Eigenschaften des Komplexes zu erhalten, die Fläche aber zum Wohnen und für Dienstleistungen umzunutzen. In der anschließenden Diskussion stand auch die Vision eines großen Museumsbaus für Industriegeschichte und -kultur im Raum.
Die lange Geschichte der Kammgarnspinnerei stellte Andreas Raddatz vor und machte deutlich, dass unser Fokus heute auf der sogenannten Untermühle „die Hütte“ liegt. Bei allen Ideen und Visionen für das Gelände der Kammgarnspinnerei war aber allen klar, dass zuallererst zwei Fragen präzise und nüchtern geklärt werden müssen: 1. Die Eigentumsverhältnisse und 2. die gemeinsame Zielstellung. Letztere sei unabdingbare Voraussetzung, um an die nötigen Fördergelder zu kommen, gab Bürgermeister Dr. Michael Brodführer zu bedenken.

August 2018: Fröbelort Schweina

Zum 4. Campus.Schweina standen zwei Themen auf der Agenda, die eng miteinander verzahnt sind: Die Zukunft der Kinder- und Jugendkunstschule und Schweina als Fröbelort.

Eine der ersten Fragen drehte sich darum, wie es nach dem Erwerb des Grundschulgebäudes mit der Kinder- und Jugendkunstschule in Schweina weitergeht. Aline Burghardt nutzte die Gelegenheit und stellte ihre Ideen vor.  Zusammengefasst soll in der „alten Grundschule“ ein Ort der Begegnung, der Vielfalt und Kultur entstehen – ein Zentrum für die Jugendlichen des Altensteiner Oberlandes und der ganzen Region, aber auch ein Ort, an dem Jung und Alt sich austauschen und wechselseitig inspirieren können. Wenn alle amtlichen Hürden genommen sind, könne hoffentlich im Herbst der Kaufvertrag unterschrieben werden. Zu den zukünftigen Zielen zählt sie auch den Ausbau der Erzieherweiterbildung: Dass da ein großer Bedarf herrsche, zeigten zahlreiche Anfragen – u.a. von der Gewerkschaft Verdi.
Damit lieferte sie Dr. Matthias Brodbeck, den Vorsitzenden des Friedrich-Fröbel-Freundeskreises, die richtigen Stichworte, um seine Überlegungen für die Zukunft des Fröbelortes Schweina zu präsentieren. 20 Mitglieder habe der Verein gerade, um die unzähligen ehrenamtlichen Aufgaben zu meistern, die von der Betreuung und Bewerbung des Fröbelrundwanderweges, Veranstaltungsorganisationen, die Mitarbeit an der Fröbeldekade bis hin zu Publikationen und Weiterbildungsangeboten reichen. Ohne zahlreiche Partner und die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen wäre das nicht zu bewältigen, meinte Brodbeck und lud zum Mitmachen ein. Für ihn sei klar, dass Schweina in einem Atemzug mit Fröbel genannt sein muss: Von hier aus ging die Idee des Kindergartens in die Welt hinaus, jetzt soll die Welt der Kindergärten nach Schweina kommen.
An dieser Stelle hakte Bürgermeister Michael Brodführer ein und fragte: „Wie geht es nun nach vorne? Was genau können wir aus dem kulturellen Erbe in die Zukunft ziehen? Was ist jetzt DAS Alleinstellungsmerkmal Schweinas in der Region?“ Ganz konkret äußerte Bea Berthold von der Kinder- und Jugendkunstschule ihre Vision: „Ich wünsche mir, dass Schweina DAS Aushängeschild für Fröbel wird. Eine pädagogische Erziehung darf an Schweina nicht vorbeiführen! Die Praktikanten müssen vor dem Kindergarten Schlange stehen.“ Auf eine ähnliche Formel brachte es Antje Rimbach: Fröbel, Kinder- und Jugendkunstschule, Kinder & Jugend: hier liege das Potenzial für Schweinas Zukunft. Trotz vieler kleiner und großer Defizite seien die Grundvoraussetzungen da, um junge Leute nach Schweina zu locken – historischer Hintergrund, engagierte Akteure, aktives Vereinswesen, bezahlbarer Wohnraum. Und so entspann sich eine lebhafte Diskussion über Notwendigkeiten, schnell und langsam Machbares und ferne Traumvorstellungen, die Mut macht, jetzt in kleinen und großen Schritten Schwung aufzunehmen.

Juni 2018: Hochwasserschutz kennt keine Gemeindegrenzen

Angesichts zunehmender Starkregenereignisse gewinnt der Schutz vor Überschwemmungen vor allem in Schweina und am Schweinabach zunehmend an Bedeutung. Und da Gewässer und Wetter keine Gemeindegrenzen kennen, war auch der Barchfelder Bürgermeister, Ralph Groß, zu Gast. Ebenfalls eingeladen war Thomas Kolata vom Ingenieurbüro Prowa in Erfurt, der ein Hochwasserschutzkonzept für Schweina und Barchfeld vorstellte und gemeinsam mit den Bürgern und Bürgerinnen und den Bürgermeistern von Bad Liebenstein und Barchfeld diskutierte. Thomas Kolata beschrieb zunächst die aktuelle Situation: Schweina ist derzeit in der Lage, kleine Hochwasser zu fassen, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 2 bis 5 Jahren auftreten. Ziel muss es aber sein, auch stärkeren Hochwassern standzuhalten, bis hin zu Jahrhunderthochwassern. Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes können viele kleine Maßnahmen beitragen: Dazu gehören u.a. die Sanierung von Uferböschungen, die Entfernung „falscher“ Uferbepflanzung und Neubepflanzung mit geeigneten Gehölzen, der Rückbau alter Querbauwerke und Wehre, die Teilöffnung und der Bau von Sedimentfängen. Auch über eine teilweise Rückverlegung des Schweinabachs in seinen alten Verlauf sollte nachgedacht werden. Doch der Ingenieur machte allen Anwesenden anhand von „Flutkarten“ klar: All diese Maßnahmen sind richtige und wichtige Schritte, doch um einem Jahrhunderthochwasser begegnen zu können, müsste oberhalb von Schweina eine Rückhaltefläche geschaffen werden, die im Notfall 200.000 Kubikmeter Wasser fassen kann.
Im Anschluss entspann sich eine sehr konstruktive Diskussion zu möglichen Maßnahmen und darüber, was die Bürgerinnen und Bürger (in Absprache mit der Verwaltung) selbst zum Hochwasserschutz beitragen können. An eine ganz einfache und eigentlich selbstverständliche Maßnahme erinnerte dabei Ralph Groß. Mit den Worten „Euer Bach ist kein Mülleimer“, machte er deutlich, dass nicht nur die Beseitigung von Sedimenten und Geröll viele Kosten verursachen und die sogenannte Durchgängigkeit des Bachs gefährden. Einig waren sich am Ende alle, dass sie jetzt die Weichen für die Zukunft stellen müssen. Auch wenn wir selbst vielleicht kein Jahrhunderthochwasser mehr erleben, sollten wir jetzt Maßnahmen ergreifen, die unsere Kinder, Enkel und Urenkel schützen.

April 2018: Campus.Schweina gestartet

Am 24. April startete der erste Campus.Schweina. Nach einer Vorstellung des Status quo durch den Studenten Oliver Schröder, legten die Beteiligten die Probleme im Ortskern von Schweina auf den Tisch. Bald verlagerte sich der Schwerpunkt der Diskussion auf das sogenannte Gelände Pfeifen & Holz. Denn der Stadtplaner Uwe Wilke, der bei diesem Treffen zu Gast war, betonte, dass es besser sei, mit einem guten Nutzungskonzept auf potenzielle Käufer zuzugehen, statt zu warten, welche Konzepte und Versprechen von Käuferseite kommen. Daraufhin sprudelten schnell erste Nutzungsideen. Und so war die Agenda für den 2. Campus.Schweina auch leicht festgelegt: Ein Konzept für Pfeifen & Holz erarbeiten. Für die „Hausaufgabe“ standen Lagepläne zum Download auf der Rathauswebseite bereit.

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