Steinbach

Steinbach ist ein Bergdorf und erstreckt sich auf einer Höhe von 350 bis 480 Metern über dem Meeresspiegel. Rund 1.000 Menschen wohnen in den zwei engen Taleinschnitten (Y-Form). Die Hänge sind steil, der Kallenbach und der Steinbach fließen hier zur Grumbach zusammen. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Steinbach 1330. Jahrhundertelang prägte das Messerhandwerk das Dorf. Welthistorische Bedeutung hat es erlangt als Ort, an dem Martin Luther 1521 auf seiner Rückreise vom Wormser Reichstag gen Wittenberg „überfallen“ und auf die Wartburg „entführt“ wurde.

Kurz informiert

Einwohner: 2018: 1.043 (-31) • 2017: 1.074 (-34)
öffentliche Einrichtungen:  → Kindergarten „Stiegspatzen“

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Lage und Landschaft

Berge, Wasser und Wald(wiesen)

Auf 1.506 Hektar erstreckt sich Steinbach auf einer Höhe von 350 bis 480 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemarkung Steinbachs grenzt im Norden an den Rennsteig und im Westen an den Landschaftspark Altenstein. Nach Norden und Westen bestimmen Wald, Waldwiesen und Berge das Landschaftsbild, nach Süden hin öffnet sich ein Panorama ins Werratal und die Rhön. Im Dorf fließen zwei Bäche zusammen. Mehrere Wander- bzw. Radwege (z.B. die „Rennsteigleiter“, der Lutherweg, der Messerweg) führen durch den Ort. Steinbach ist eine anerkannte Naturparkgemeinde Thüringer Wald.

Museumscharakter als Herausforderung

Die topografische Lage und die traditionellen Erwerbszweige haben eine besondere Baukultur in Steinbach hervorgebracht. Im Ortskern stehen eng gedrängt zahlreiche Fachwerkhäuser. Über ihnen prägt die Barockkirche mit freistehendem Glockenhaus und einer der steilsten Bergfriedhöfe Europas das Dorfbild seit Jahrhunderten. Das gesamte Ensemble steht unter Denkmalschutz. Dieser museale Charakter und der begrenzte Raum bringen im modernen Alltag und vor allem für die älteren Bürger so manche Schwierigkeiten mit sich. Doch im Dorf der Schmiede wachsen viele Ideen. Sie anzupacken und mit Rücksicht auf Gewachsenes und Traditionen umzusetzen, liegt den Steinbachern im Blut.

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Geschichte(n) und Menschen

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Steinbach 1330. Welthistorische Bedeutung hat es erlangt als Dorf, in dessen unmittelbarer Nähe Martin Luther 1521 auf seiner Rückreise vom Wormser Reichstag gen Wittenberg „überfallen“ und auf die Wartburg „entführt“ wurde. Seit 2013 ist das Bergdorf ein Ortsteil der Stadt Bad Liebenstein. Aktuell wohnen hier etwas mehr als 1.000 Menschen. Bekannt sind die Steinbacher für ihren Eigensinn und ihre raue Herzlichkeit. Wer ihren Geschichten lauscht, erfährt so manches über Wilderer, Herzogshirsche und vermeintliche „Ulbricht-Attentäter“.

Steinbach war ein Industriedorf, jahrhundertelang prägte das Messerhandwerk das Dorf. Industrie gibt es keine mehr. Heute produziert noch eine Firma Messer hier. Den größten Bereich machen Dienstleistungen (34 Betriebe) und das Gewerbe und Handwerk (19 Betriebe) aus. Ein Landwirt hat seinen Hof mitten im Ort. Als Ladengeschäfte gibt es u.a. das ↗ Steinbacher Messerstübchen, einen Friseur, Fleischer und eine Bankfiliale.

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Der Bad Liebensteiner Ortsteil Steinbach hat seit 2017/2018 beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mitgemacht. Aus dem Regionalentscheid ist das Bergdorf als Sieger hervorgegangen. Im Landesentscheid errang es für sein Wasserradprojekt einen Sonderpreis. Zwar reichte es für den Sprung auf die Bundesebene nicht, aber den durch den Wettbewerb angestoßenen Dorfentwicklungsprozess setzen die Steinbacher aktiv fort. Zahleiche Ideen entstehen während des monatlichen Zukunftsstammtisches. Zur Umsetzung werden Projektgruppen gebildet, die dann regelmäßig über den Fortschritt, aber auch die Probleme ihrer Arbeit berichten.

Mehr Informationen

→ Steinbach hat Zukunft

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