Schweina

Schweina liegt in einem breiten Tal, eingebettet von den Felsen des Altensteiner Parks und den Hängen des Antoniusberges und des Klingelberges. Rund 2.900 Menchen leben in dem Ort. Namensgebend ist der Schweinabach, der 933 erstmals in einer Urkunde von König Heinrich als „Sueinaha“ erwähnt wird. Bis in das 19. Jahrhundert lebten die Schweinaer stark vom Bergbau. Mit dessen Niedergang entwickelte sich Schweina zu einem Industrie- und Gründerdorf. Berühmtester Einwohner des Ortes ist Friedrich Fröbel (1782—1852), der hier die erste Kindergärtnerinnenschule weltweit gründete. Ein weithin bekannter Brauch ist der Schweinaer Fackelbrand am 24. Dezember.

Kurz informiert

Einwohner: 2018: 2.922 (-5) • 2017: 2.927 (+17)
öffentliche Einrichtungen:→ Friedrich-Fröbel Kindergarten, → Kinderkrippe Rappel Zappel, → Grundschule Friedrich Fröbel, → Stadt­ver­waltung, → BioBad Glücksbrunn

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Der Ortsname

Namensgebend für den Ort ist der Schweinabach, der 933 erstmals in einer Urkunde von König Heinrich als „Sueinaha“ erwähnt wird. Von den althochdeutschen Bezeichnungen „swein“ (Schweinehirt) und „-aha“ (Wasser) abgeleitet, heißt das soviel wie „Bach der Schweinehirten“. Der Schweinabach entspringt unmittelbar am Rennsteig, fließt durch den Schweinaer Grund durch den gleichnamigen Ort und mündet bei Barchfeld in die Werra. Über Jahrhunderte bestand der Ort aus drei selbstständigen Teilen, die alle den Bach im Namen trugen: Wenigenschweina (heute Marienthal), Schweina und Hohenschweina (heute Glücksbrunn).

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    Aus der Ortsgeschichte

    Als Ort taucht Schweina zuerst 1183 in den Urkunden auf. Die besonderen geologischen Bedingungen vor allem im Siedlungsgebiet Glücksbrunn waren die Ursache für die Ansiedlung des Bergbauwesens, das bis ins 19. Jahrhundert hinein bestand. 1703 errichtete die Unternehmerfamilie Trier Schloss Glücksbrunn. Mit dem Beginn des Abbaus von Kobalt entstand 1723 ein Blaufarbenwerk. 1799 entdeckten Bauarbeiter beim Straßenbau zum Schloss Altenstein die Altensteiner Höhle. Mit Niedergang des Bergbaus entwickelte sich Schweina zu einem Industrieort mit zahlreichen Fabriken. Unter anderem entstand hier 1824 die erste mechanische Spinnerei. Hier kam 1827 auch die erste Dampfmaschine in Thüringen zum Einsatz. 1846 begann die Tabakpfeifenproduktion. Nach der Wiedervereinigung 1990 kam es zur Schließung aller großen Industriebetriebe. Größter Industriearbeitgeber ist heute die Firma MALA Verschlusssysteme GmbH im Gewerbegebiet Marienthal, die sich hier 1992 ansiedelte

    Neben der Geschichte als Industrieort prägt vor allem die Pädagogik und der Gründergeist den Ort bis heute. Der Begründer des Kindergartens, Friedrich Fröbel, verbrachte hier seine letzten Lebensjahre. 1850 gründete er in Marienthal die erste Kindergärtnerinnenschule. Sein Grab befindet sich auf dem Schweinaer Friedhof. Sein Grabstein besteht aus den Symbolen seiner Spielgaben – Kugel, Walze und Würfel. Sein Name und sein Erbe sind heute im ganzen Ort sicht- und erlebbar: u.a. mit dem Friedrich-Fröbel-Kindergarten, der Friedrich-Fröbel-Grundschule oder der Kinder- und Jugendkunstschule

    Wohl einmalig in Deutschland ist der Brauch des Fackelbrennens auf dem Antoniusberg am 24. Dezember jedes Jahres. Dieser Brauch zieht viele Besucher am Heiligabend nach Schweina.

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      Der Ortsteil Schweina hat eine Ortsteilverfassung nach § 45 Thüringer Kommunalordnung. Es gibt einen Ortsteilrat und einen Ortsteilbürgermeister. Dem Ortsteilrat gehören 10 Mitglieder an. Den Vorsitz hat der Ortsteilbürgermeister. Die letzte Wahl zum Ortsteilrat fand am 26. Mai 2019 statt. Zum Ortsteilbürgermeister wurde Herr Thomas Mieling gewählt. Die Ortsteilratsmitglieder werden alle 5 Jahre von den Bürgern und Bürgerinnen Schweinas gewählt und üben ihr Amt ehrenamtlich aus. Die Aufgaben des Ortsteilrats regelt § 4 der Hauptsatzung von Bad Liebenstein.

      Mehr Informationen

      → Ortsteilrat Schweina

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      Partnerstädte und -gemeinden

      Schweina pflegt eine nationale und eine internationale Partnerschaft mit anderen Gemeinden: seit 1990 mit der ↗ Gemeinde Leopoldshöhe in Nordrhein-Westfalen und seit 2005 mit der polnischen ↗ Gemeinde Lambinowice in Polen. Auch nach der Gemeindefusion mit Bad Liebenstein werden die Partnerschaften weiter gepflegt. So besteht zum Beispiel zwischen den Freiwilligen Feuerwehren von Schweina und Leopoldshöhe ein regelmäßiger und aktiver Austausch.

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